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Liebe Freunde und Förderer der Sir Peter Ustinov Stiftung, 

immer wieder stellen sich kleine Hilfsorganisationen oder Einzelpersonen bei uns vor, die um unsere Unterstützung bei ihrer Arbeit bitten. Es ist uns leider nicht möglich, alle Anfragenden zu unterstützen, wir überprüfen jedoch jedes einzelne Hilfsprojekt gewissenhaft und wählen diejenigen aus, die unserer Ansicht nach am meisten im Sinne unseres Stifters Sir Peter Ustinov arbeiten und wirken.

So haben wir uns entschieden, die wertvolle Arbeit der Franziskanerinnen von Salzkotten zu unterstützen. Die 1860 gegründete Kongregation unterhält weltweit Einrichtungen, die sich unterschiedlichen sozialen und karitativen Aufgaben widmen: der Erziehung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen, der Ausbildung von Pflegekräften, in der Altenbetreuung und -pflege, der ambulanten Pflege, der Betreuung geistig Behinderter und Suchtkranker, der Seelsorge und Katechese, der Fürsorge für politisch, rassisch oder religiös Verfolgte, für Flüchtlinge, Asylsuchende und Obdachlose.

In dieser Sommerausgabe unseres Newsletters stellen wir die Arbeit der Franziskanerinnen von Salzkotten in Rumänien vor und berichten über die heutige Situation des neuen EU-Mitglieds.

Herzliche Grüße

Ihr
Team der Peter Ustinov Stiftung

  Schwerpunkt Sommer 2007: Rumänien

Seit dem 01. Januar 2007 ist Rumänien EU-Mitglied. Für die Menschen im Karpatenland ging damit ein Traum in Erfüllung: man sah sich von je her dem europäischen Westen zugehörig. Nach den Jahren der brutalen Diktatur von Nicolae Ceausescu von 1965 bis 1989 und einer strikten Isolationspolitik nach außen ist das Land in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht schwer geschädigt. Von dem Beitritt zur EU erhoffen sich die Menschen in Rumänien Erfolg im Kampf gegen Armut und die immer noch allgegenwärtige Korruption. Und tatsächlich: ausländische Investoren und Finanzspritzen aus der EU verhelfen dem Land derzeit zu einem beispiellosen Wirtschaftsboom. Bereits jetzt ist Rumänien einer der weltweit größten Produzenten von Halbleiter-Anwendungen (PC-Hauptplatinen, Notebooks, WLAN-Komponenten); das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts beträgt seit 2001 durchschnittlich 5% (Quelle: Auswärtiges Amt der Bundesrepublik Deutschland).

Doch beim direkten Übergang vom Kommunismus zur Marktwirtschaft bleiben diejenigen auf der Strecke, die sich aufgrund mangelnder Ausbildung und sozialer Schwäche ohnehin schon am Rande des Existenzminimums befinden. Die Lebenshaltungskosten wachsen mit dem Aufschwung, während das Realeinkommen der Arbeiter nicht proportional mitsteigt. Adina Dragatoiu, Beraterin im Sozialministerium, spricht von einer Armutsrate von 29% der Bevölkerung, von denen 11% in extremer Armut leben (Quelle: Rheinischer Merkur). Ein durchschnittliches Monatsgehalt deckt gerade die Miete einer Einzimmerwohnung im Block einer großen Stadt. Durch Nebenkosten für Heizung, Gas, Strom und Telefon wird die Lebenshaltung knapp. Selbst bei einer Eigentumswohnung kann mit einem Durchschnittseinkommen von einem Leben in Würde und sozialer Sicherheit nicht die Rede sein. Die Folge ist die Abwanderung von meist jungen Arbeitskräften ins Ausland und eine Bezahlung von Gehältern an Führungskräfte und hochqualifizierte Facharbeiter (meist aus dem Ausland stammend), die weit über dem Landesdurchschnitt liegen. Damit nimmt die Kluft zwischen Arm und Reich, zwischen Verlierern und Gewinnern des wirtschaftlichen Aufschwungs, immer weiter zu.

Etwa 40 000 Kinder leben unter teilweise erbärmlichen Zuständen in Heimen. Sie kommen fast alle aus armen oder zerrütteten Familien und werden abgegeben, weil die Eltern sich nicht mehr um sie kümmern können. Wenn sie mit 18 Jahren das Heim verlassen müssen, sind diese Kinder in keinster Weise auf ein selbständiges Leben vorbereitet.

Die Franziskanerinnen von Salzkotten haben ihre Hilfe für die Ärmsten in Rumänien auf den Ort Caransebeş im Südwesten des Landes konzentriert. In einer Kindertagesstätte werden hier an 6 Tagen in der Woche Kinder pädagogisch betreut und ganzheitlich versorgt. Ebenso stehen zwei Suppenküchen zur Verfügung, um Schulkindern von sozial schwachen, kinderreichen Familien eine regelmäßige und gesunde Mahlzeit bereitstellen zu können. Zusätzlich erhalten die Kinder Schulaufgabenhilfe. Eine zentrale Waschküche für die ärmsten Einwohner der Stadt bietet zusätzlich zum Waschbetrieb auch Duschmöglichkeiten. Eine Kleiderkammer wird auch jetzt noch von vielen Familien dankbar beansprucht.

Ziel der Förderung durch die Sir Peter Ustinov Stiftung ist die Erweiterung und die bauliche Verbesserung dieser bestehenden Kindertagesstätte, um einer noch größeren Zahl von Kindern bessere Lebensperspektiven zu ermöglichen. Insbesondere für „Roma-Kinder“ ist die Kindertagesstätte in Caransebeş die einzige Möglichkeit, ein lebenswertes Leben zu führen.

Die Hilfe der Franziskanerinnen von Salzkotten ist insbesondere auch deswegen notwendig, weil sich inzwischen viele Hilfsorganisationen aus Rumänien zurückgezogen haben. In einem wirtschaftlich stark aufstrebenden Land wie diesem, so nimmt man vorschnell an, wird Hilfe von außen nicht länger benötigt. Ein fataler Irrtum !


  Newsticker

20.08.2007: Ustinov Theatre School - ein neues Kinder- und Jugendprogramm der Peter Ustinov Stiftung

Das Konzept der Theatre School basiert auf der Lebensphilosophie des großen Schauspielers und Humanisten Sir Peter Ustinov. Das erste Projekt beginnt im August 2007 an der Fritz-Henkel-Hauptschule in Düsseldorf-Garath.

Die Pressemitteilung dazu können Sie hier nachlesen.


21.07.07: Pinocchio-Zirkus startet Sommerreise nach Bosnien-Herzegowina

Aachen - Am Samstag, den 14. Juli, morgens um 08.00 Uhr ging es pünktlich los. Josef Steinbusch startete am Blücherplatz in Aachen zusammen mit 2 ehrenamtlichen Helfern seine diesjährige ‚Zirkus-Tour’ in Richtung Bosnien-Herzegowhina. Rund 4 Wochen lang wird er mit dem Kinder-Zirkus durch Bosandski-Brod, durch Tuzla, Banjaluka und Zvornik ziehen, Orte, deren Namen noch immer Erinnerungen an den grausamen Balkankrieg vor mehr als 10 Jahren wecken. Der für sein vorbildliches Engagement für vom Krieg bedrohte bzw. traumatisierte Menschen jüngst mit dem Friedenspreises der Stadt Aachen ausgezeichnete Steinbusch meint zum Zweck seines aktuellen Reiseziels: „In Bosnien-Herzegowina sind zwar inzwischen viele Straßen und Gebäude wieder aufgebaut. Nicht aufgebaut aber - und das ist das Schlimme – sind die Ruinen in den Seelen der Kinder.“

Die Pressemitteilung dazu können Sie hier nachlesen.

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