Liebe Freunde und Förderer der Sir Peter Ustinov Stiftung,
die Eröffnung des Notfallzentrums in Dingazi und die Erleichterung und Hoffnung in den Gesichtern der Menschen in Niger, die Hilfe bekommen haben, sind zwei Bilder der Zuversicht. Die Fortschritte bei der Bekämpfung der Hungerkrise in Niger, über die wir in diesem Newsletter berichten, lassen uns mit Rückenwind in die zweite Jahreshälfte 2010 starten.

Stolz macht uns auch der Deutschlandbesuch des Kinderzirkus Upsala. In gleich zehn deutschen und Schweizer Städten ließen die St. Petersburger Nachwuchsartisten, die wir 2009 neu in unser Förderprogramm aufgenommen haben, die Herzen kleiner und großer Zuschauer höher schlagen. Lesen Sie auch hierüber mehr in unserem Newsletter.

Nicht zuletzt dank Ihrer Hilfe konnten wir diese und viele weitere Projekte realisieren - und damit Brücken in eine bessere Welt bauen. Ganz so, wie es Sir Peter gewünscht hat.

Herzliche Grüße, Ihr Team der Peter Ustinov Stiftung.

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Die Krise, die niemand wahrnimmt

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"Die weltweiten Schlagzeilen werden von immer neuen Krisen beherrscht. Die aktuelle Hunger-Katastrophe in Niger spielt allerdings kaum eine Rolle."

Dabei ist die Situation ernst. Schuld ist die aktuelle Dürre. Seit Monaten hat es in dem westafrikanischen Land nicht mehr geregnet. Die Felder sind völlig ausgedorrt, die Ernten schon seit einem Jahr ausgefallen und die Getreidevorräte vollständig aufgebraucht.

Die Lage spitzt sich immer weiter zu. In Niger ist bereits jetzt jeder zweite der insgesamt 14 Millionen Einwohner von der Hungerkrise betroffen. Internationale Hilfslieferungen erreichen das Land nur spärlich. Hilfsmaßnahmen werden zudem durch terroristische Anschläge, die vor allem im schwach besiedelten Norden des Wüstenstaates eine ständige Gefahr sind, erschwert. Zielscheibe sind vorwiegend Weiße. Das Terrornetzwerk El Kaida ermordete erst Ende Juli einen 78-Jährigen französischen Entwicklungshelfer. Es hielt ihn zuvor über Wochen in Geiselhaft und wollte ihn ursprünglich gegen Terroristen austauschen. Das Auswärtige Amt rät daher aktuell von Reisen
in den Sahelstaat ab.

Ute Winkler-Stumpf hält sich an die Empfehlung. Auch wenn ihr dies nicht leicht fällt. Seit mehr als 15 Jahren fährt die pensionierte Lehrerin regelmäßig nach Niger. Mit der von ihr gegründeten "Hilfsaktion Noma e.V." kämpft die Bundesverdienstkreuzträgerin gegen eine heimtückische Kinderkrankheit: "Noma ist eine bakterielle Erkrankung, die vor allem unterernährte und durch schlechte Hygienebedingungen geschwächte Kinder in den ärmsten Regionen der Erde betrifft. Die Krankheit zerstört das Gewebe der Mund-, Nasen- und Wangenpartie und erschwert im fortgeschrittenen Stadium das Atmen und Kauen", erklärt die Regensburgerin. Ohne Behandlung sterben die meisten Kinder an den Folgen der Krankheit. Die wenigen Kinder, die überleben, werden von ihren Dorfgemeinschaften häufig verstoßen. Dabei ist Noma weder ansteckend noch unheilbar. Bei rechtzeitigem Erkennen und konsequenter Behandlung bleiben keine Spuren zurück.

Die Peter Ustinov Stiftung unterstützt die von Winkler-Stumpf koordinierte Arbeit der "Hilfsaktion Noma e.V." seit dem Jahr 2000. So konnte unter anderem bereits der Bau eines neuen Ausbildungs- und Trainingszentrums in der nigrischen Hauptstadt Niamey mit knapp 350.000 Euro unterstützt werden. In Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation und dem nigrischen Gesundheitsministerium wird medizinisches Fachpersonal aus allen Teilen Westafrikas geschult.

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Hier und in allen anderen Gesundheitszentren der Hilfsaktion Noma e.V. können Mütter ihre Kinder zudem einem gründlichen Gesundheits-Check unterziehen lassen. Experten wiegen, messen und untersuchen das Kind und verteilen die je nach Gesundheitszustand nötige Nahrung. Im Anschluss an diese "Lebensversicherung" erhalten die Mütter einen Gesundheitspass – auf Französisch, der Landessprache in Niger, auch "Carnet" genannt. Die individuellen Gesundheitswerte und Vorbehandlungen der Kinder sind darin festgehalten – und der Start in eine bessere Zukunft gemacht!

Die Arbeit der Hilfsaktion Noma e. V. in Zahlen (Stand 1. Januar 2010):

  • 2.961 Kinder erhielten durch Operationen ihr Gesicht zurück
  • 28.265 Kinder wurden geimpft
  • 37.229 unterernährte Kinder wurden gestärkt und so vor Noma geschützt
  • 65.494 Kinder erhielten bislang bereits den Gesundheitspass
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Bühne frei für Zirkus Upsala

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St. Petersburg vor zehn Jahren. Eine Frau fährt mit ihrem Einrad durch die Straßen der russischen Ostseemetropole. Mit kleinen Jonglier-Einlagen zieht sie die Blicke vagabundierender Straßenkinder auf sich. Sie lädt sie ein, es ihr gleichzutun. Zögerlich nehmen die ersten Kinder Ball und Jonglier-Keule auf. Der Anfang ist gemacht. Zehn Jahre später stehen einige der Kinder von damals als Nachwuchskünstler des Zirkus Upsala auf deutschen Theaterbühnen.

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Bei ihrer Jubiläumstournee, die sie im Juni und Juli durch zehn deutsche und Schweizer Städte führte, begeisterten sie große und kleine Zirkus-Fans. Dank des von der Berliner Sozialpädagogin Astrid Schorn im Jahr 2000 gegründeten Upsala-Projekts haben bereits etwa 20 Petersburger Kinder den Sprung von der Straße in eine bessere Zukunft geschafft. Sie stammen aus Kinderheimen und anderen staatlichen Einrichtungen. Dort sind sie aus unterschiedlichen Gründen gelandet. "Die meisten unserer Kinder kommen aus schwierigen Verhältnissen und wurden zu Hause geschlagen oder sind bereits von klein auf mit Drogen in Berührung gekommen", berichtet Sabine Jenni vom deutschen Verein "Upsala", der den Kinderzirkus finanziell absichert und Gelder für Essen, Kostüme, Requisiten oder den spartanischen Trainingsraum sammelt. Bei den Proben für die Aufführungen lernen die Kinder, Kraft und Konzentration für ein gemeinsames Ziel einzubringen. Lohn ist der Applaus nach den Vorstellungen. "Der Weg in ein russisches Kinderheim bedeutet oftmals Perspektivlosigkeit. Individuelle Förderung und Betreuung finden dort kaum statt. Mit unserer Arbeit wollen wir die verschütteten Talente der Kinder freilegen und ihren Glauben an sich selbst stärken", so Larissa Afanaseva, Mitgründerin und seit 2005 Leiterin des Projekts. So trägt Upsala auch abseits der Bühne dazu bei, dass sich den Kindern neue Zukunftschancen eröffnen und sie zum Beispiel die Schule abschließen oder einen Ausbildungsplatz annehmen.

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Seit 2009 unterstützt die Peter Ustinov Stiftung die wichtige Arbeit des Kinderzirkus Upsala. Dadurch konnte zum Beispiel auch die Jubiläumstournee finanziert werden. Für viele der Kinder bedeutete die Fahrt nach Deutschland und in die Schweiz die erste Auslandsreise ihres Lebens. Aufregung und Vorfreude waren groß. Im Gepäck hatten sie die Geschichte vom "Nachtwächter", ein Stück, das spannende Artistik und sanfte Pantomime-Passagen gelungen in Verbindung bringt. Übrigens: Die Trainingsbedingungen für die kreative Crew werden sich aller Voraussicht nach bald noch deutlich verbessern. Nach vielen Zwischenlösungen will der Kinderzirkus ab kommendem Winter in einer alten und renovierungsbedürftigen Petersburger Villa dauerhaft Quartier beziehen. Ein russisches Bauunternehmen hat die Villa zur Verfügung gestellt. Auch Sergej wird davon profitieren. Der heute 23-Jährige ist Teil von Larissa Afanasevas Trainerteam und einer der „Vorzeigekünstler“ der Kompanie. Sergej gehörte zu den ersten Kindern, die an dem Projekt teilgenommen hatten. Mit dreizehn hat er damals am Petersburger Bahnhof gebettelt. Heute studiert er. Afanaseva: "Alle hatten ihn aufgegeben. Wir nicht!"

Einen fesselnden Einblick in die Projektarbeit gibt der Film "Circus – Von der Straße in die Manege" von Regisseurin Irma Komladze. Der Film vermittelt eindrucksstarke Bilder vom Straßenkinderprojekt des Zirkus Upsala.

Die DVD ist kostenfrei über die Sir Peter Ustinov Stiftung erhältlich.

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Die ZEIT und Sir Peter Ustinov Stiftung kooperieren

Die Sir Peter Ustinov Stiftung ist neuer Partner von "ZEIT für die Schule", Deutschlands größtem Zeitungsprojekt eines Verlags speziell für Schulen. Schüler der Jahrgangsstufen 9 bis 13 werden dabei drei Wochen mit kostenlosen ZEIT-Exemplaren in Klassensatzstärke beliefert. Die aktive Auseinandersetzung mit der Wochenzeitung soll die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler stärken und ihre Lesekultur fördern.

Das Programm wird bereits seit 1997 von der überregionalen Wochenzeitung DIE ZEIT angeboten und erreicht jedes Jahr mehr als 200.000 Schülerinnen und Schüler sowie 10.000 Lehrerinnen und Lehrer an mehr als 5.600 Schulen. Im Schuljahr 2010/11 werden insgesamt voraussichtlich 9.000 "ZEIT für die Schule"-Patenschaften realisiert.

Schirmherr ist Altbundeskanzler Helmut Schmidt.

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Newsticker: Blaubeerland 2010

Auch in diesem Jahr finanzierte die Sir Peter Ustinov Stiftung den künstlerischen Schwerpunkt des Ruhrkinderfestes, das am Weltkindertag (18./19. September 2010) im Gelsenkirchener Nordsternpark stattfand: Das "Blaubeerland", eine Fantasiewelt aus der Märchenoper "Kater Moshe und der Ring des Königs" der Gelsenkirchener Komponistin Chris Seidler (Opera School).

Kinder waren eingeladen, gemeinsam mit namhaften Künstlern diese Fantasiewelt zu entdecken und kreativ mitzugestalten, zu singen und zu tanzen oder sich in Blaubeerwesen zu verwandeln.

» Weitere Informationen finden Sie unter: www.blaubeerland.com